Biografie von Rolf Pfister in Zürich


Schwiegereltern


Fredel (Alfred) Jäger 1913-1968

Mein Schwiegervater Fredel (Alfred) Jäger verstarb 1968 im Alter von 55 Jahren noch bevor ich meine Frau kennen lernte. Aus der Erinnerung heraus beschreibt meine Frau ihren Vater als geselligen Familienmenschen, zwar streng autoritär, aber stets im Guten. Er sei lebenslustig gewesen, habe es gern schön gehabt und Streit vermieden. Freude hatte er an gutem Essen und den traditionellen Feiern. Jeden Sonntag traf er sich im Restaurant Grünwald um 9 Uhr zum Bergpredigt genannten Jass-Treff mit drei Freunden. Zu Fuss, hin und zurück je 3 Kilometer mit 110 Metern Höhen-Unterschied.

Den Kontakt gepflegt habe er vor allem mit seiner Verwandtschaft und seinen Vereinen. Im Männerchor war er aktiv, passiv im Turnverein und der Feuerwehr. Stolz sei er auf den Händedruck mit General Guisan während dem Aktiv-Dienst gewesen, er war Pontonier-Wachtmeister. Gearbeitet habe er immer, war nie krank und machte nie Ferien.

Mit den Kindern spielte er Monopoly, würfelte Eile mit Weile oder jasste. Zu Hause sass er meistens am Küchentisch und las Wildwest-Hefte oder Krimi. Ein Fernsehgerät hatte die Familie nicht, weil er keinen Fernseher wollte. Die Mutter habe dann trotzdem im Versteckten einen kleinen tragbaren Apparat gemietet.

Politisch war er parteilos, ging aber immer wählen und abstimmen. Religion war in der ganzen Familie kein Thema, der Kirchbesuch beschränkte sich auf Beerdigungen, sie waren in der reformierten Landeskirche.

Er hatte 4 Brüder und 4 Schwestern, geboren zwischen 1903 und 1919. Fredel wurde 1913 in Hohentannen TG geboren als 7. von neun Kindern des Johann Jäger, 1881-1956, von Urnäsch AR und der Frieda Stäheli, 1877-1965, von Egnach TG. Die Jäger-Familie kam 1929 aus der Nordost-Schweiz nach Zürich-Affoltern in das von ihr erworbene Wohnhaus an der Alten Mühlackerstrasse 30. In der Region Zürich war damals mächtig gebaut worden, und zwar vor allem Häuser. Hier bekamen die Zimmermänner Auftrag und Arbeit. Wegen einer Bürgschaft musste 1936 das Betreibungsamt ein Zwangsvollstreckungs-Verfahren durchführen und die Liegenschaft verwerten. Käufer war der damalige Verkäufer. Die Eltern zogen nach Urnäsch, Fredel blieb in Zürich-Affoltern und lernte hier meine Schwiegermutter kennen, eine Verkäuferin im Lebensmittel-Verein.


Klara Klee 1918-2001

Meine Beziehung zur Schwiegermutter bestand im Wesentlichen aus einem Sali, wie geht es Dir und Tschüss. Sie wurde mir von meiner Frau beschrieben als böse Mutter, welche nebst ihr auch ihren lieben Vater geplagt habe. Erstmals traf ich sie, als ich während eines Militär-Dienstes meine zukünftige Frau besuchte und dort schlief, zusammen mit meiner Frau im Wohnzimmer am Boden. Sie wohnte bei meiner Abwesenheit bei ihren beiden noch minderjährigen Schwestern und der Mutter. Die Schwiegermutter war da bereits durch die Hirn-Streifung von 1973 auf einer Seite leicht behindert. Später wechselte sie auf dem gleichen Stockwerk von der Vier- in eine Drei-Zimmer-Wohnung zusammen mit der jüngsten Tochter. Nachdem wir 1982 im gleichen Haus im Erdgeschoss einzogen, wurde der bisherige Mahlzeiten-Dienst der Pro Senectute durch meine Frau ersetzt. Unsere Kinder spielten gerne oben bei der Grossmutter. Sie waren dort mehr oder weniger nicht beaufsichtigt und haben prompt auch Nägel ins Parkett geschlagen beim Hütten bauen. Die Schwiegermutter sass immer links auf ihrem Diwan beim Stricken, Lesen oder Fernsehen.

Klara hatte 6 Schwestern und 2 Brüder. Sie wurde 1918 in Trogen AR geboren als 9. von neun Kindern des Eduard Klee, 1872-1953, von Reute AR und der Paula Schadegg, 1876-1961, von Hemmerswil TG. Ihr Vater war tätig als selbständiger Sammler von Heil-Kräutern, welche er Apotheken zum Kauf anbot. Als die Familie im Jahre 1930 mit den drei noch minderjährigen Töchtern von der Nordost-Schweiz nach Zürich-Affoltern umzog an die Wehntalerstrasse 469, lebten vier erwachsene Kinder bereits in Zürich. Um 1940 bewohnte die Familie ein kleines Einfamilienhaus neben der alten Krone beim Zehntenhausplatz zwischen der Schlosserei Ita und dem Park mit der Villa von Ita. Von dort zogen die Eltern nach der Heirat von Klara und Alfred Jäger mit deren zwei Klein-Kindern in eine Dreizimmer-Mietwohnung vis-a-vis an der Wehntalerstrasse 546.

Heirat 1943 Fredel Jäger & Klara Klee. Dieser Ehe entstammten fünf Kinder: Maja 1941, Fredi 1943-2002, Trudi 1951 (meine Ehefrau), Vreni 1957, Ursi 1960