Gedanken

Die Welt verstehen

Gedanken

Das geistige Betriebs-System [Logik]

Geistiges System? Der moderne Gedanke [Geist] als denkendes [geistlich-geistiges] Betriebs-System ist eine Voraussetzung für das moderne Weltbild. Bezogen auf die Vorgänge im Kopf von Mensch meint der Ausdruck geistig die Form von gedanklich und ausdrücklich nicht die sprachlich germanische Wurzel *gheis* für Geist und Gespenst als Erscheinung. Weiterlesen ... Was ist Geist?

Die Gedanken sind frei. Aber was sind Gedanken?

Der Gedanke als Oberbegriff zum Vorgang "denken" beinhaltet ein Abbild [Resultat] von gedachten Zusammenhängen. Die Bedeutung ist demnach zu erfassen über jenes, was mit denken gemeint wird. Sprachwissenschaftlich sei das Wort einem verlorenen Stamm *danc- zugeordnet, zu welchem nebst denken auch die Verben danken, dünken gehören und eine bewusste Tätigkeit ausdrücken im Gegensatz zur einer unwillkürlichen Empfindung. Ein Ausdruck wie die Gedanken sind frei meint demnach, genauer, denken ist frei ...

... und aber abhängig von einem sich bewusst zu sein.

Sich von etwas bewusst zu sein wiederum bedingt die Information [Wissen durch Vermittlung von Unterschied] und die Erinnerung an bereits vorhandenes geschaffenes Wissen. Die exakte Wissenschaft der Physik befindet sich jetzt [2011] an der Schwelle, in das Information-Zeitalter einzutreten. Dieser eigentliche Paradigma-Wechsel erschwert vielen Menschen den Zugang zu einer gedanklichen Ebene, weil, das naturwissenschaftliche Verständnis steht im Widerspruch zu dem Informationsbegriff, der von den vermeintlichen resp. gläubigen Geistes-Wissenschaften herrührt und in diesem Sinn den alltäglichen Sprachgebrauch dominiert.

Alle empirischen Beweise in der Wissenschaft sind letztlich nur über die Sinne gegeben. Die physikalische Welt [Anderswelt] ist dadurch grundlegend mit dem Menschen verknüpft. Doch wie gelangt der Mensch von hier nach dort? Woher stammt denn die heute allgemein übliche Überzeugung, Menschen könnten ihre Welt wie die Affen im Zoo von aussen betrachten? Mit einem festen Gitter dazwischen, welches den Eindruck erweckt, das Reich der Beobachtenden und der Beobachteten sei getrennt und unabhängig? Für diesen groben Denkfehler mag es verschiedene Quellen geben. Heute führt die moderne Quantenphysik zur Einsicht, absolute Objektivität dürfte eine Illusion sein. Es besteht immer auch eine Wechselwirkung zwischen Beobachtenden und Beobachtetem [Unschärfe-Relation]. Die Gewissheit, normale Wirklichkeit der Sinnesorgane sei lediglich ein als Menschenwelt entstandener Teil der Realität, führt direkt zur existenziellen Frage der Realität-Wahrnehmung als war-nehmen. Von der [unbekannten] Realität her betrachtet lebt der Mensch in der Anderswelt als seiner Wirklichkeit.

Ausgehend von einer soweit objektiven Realität aus Atomen und dem Leeren, was die Physiker glauben verstanden zu haben, tasten sie nun in Richtung der Sinn-Wahrnehmung und der Bewusst-Werdung vor, die noch immer etwas Geheimnisvolles darstellen. Die Anderswelt besteht aktuell aus den kleinsten Einheiten der Quantenphysik, den Quantenbits [Qubits] der Information. Erst damit werden aus Atomen menschliche Erkenntnisse.

Ein Qubit hat das Quantum als Grundlage. Demnach arbeitet die Natur am Grunde nicht mit Kontinuitäten, sondern mit Päckchen, etwa von Energie. So kann das Wasserstoffatom, wie andere Atome auch, Energie nur in streng festgelegten Portionen, Quanten, aufnehmen und abgeben. Im Gegensatz zu den üblichen Bits, die nur genau 2 Zustände kennen, können Qubits auch jeden beliebigen Zwischenzustand einnehmen; sind ein beliebig manipulierbares 2-Zustands-Quantensystem.

In einem übertragenen Verständnis ist dieses Quantensystem die physikalische Beschreibung der Trinität [Dreieinigkeit]. Erkenntnis von Mensch [Gedanke] ist, so gesehen, das Quanten-Bit der Information mit den möglichen Zuständen zwischen bekannt und unbekannt. Bereits jenes gedankliche, welches als Singularität bezeichnet wird, bildet tatsächlich bloss eine [denkende] Dualität ab. Mit anderen Worten, der Singular, physikalischer Urknall oder Gott gleichermassen, ist ebenfalls ein ideologisches Konstrukt, weil, die logische EINS ist der Gegensatz zur NULL [Wer bin ICH?].

Information vermittelt einen Unterschied. Die erste Unterscheidung, und diese ist um überhaupt irgend etwas denken zu können eine zwingende Voraussetzung, ist möglich zwischen einer geschlossenen Einheit [Struktur, wirklich] und einer offenen Vielfalt [Chaos, real], endlich oder unendlich und ganzheitlich oder gegenwärtig. Einheit in der Vielfalt [und nicht die politische Vielfalt in der Einheit] wird so zur Kooperation, jener Grundlage, welche auch als Lebensqualität erfasst werden kann und dann Lebensfreude ermöglicht durch Lebenskunst.

Auf jeden Fall entscheiden die Grundannahmen [Axiome] der Folgerichtigkeit [Logik], ob bewusst oder unbewusst sei dahingestellt, über die möglichen Zusammenhänge von richtig und falsch. Ganz wichtig ist der Zeitbegriff als Konstante im Denken: Zeit ist als Moment der Gegenwart nicht messbar, [weil bei der Messung bereits Vergangenheit], also paradox zeitlos.

Die Welt verstehen

Die Aufhebung von Dualismus, jener als typisch abendländisch bezeichneten Denkart mit dem Satz vom ausgeschlossenen Dritten, ist auch schon die ganze Kunst, die Welt verstehen zu können.



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Polarität und Dualität
Trinität
Gedanken als Reiz der Sinne
© bzw. Autor: Rolf Pfister Zürich
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