Ewigkeit

Ewigkeit

Die Suche nach dem heiligen Gral

Was einst als Phönix aus der Asche steigt oder als Gral an der Tafelrunde oder als Kelch am Abendmahl symbolisiert wird: Falls sich Gegenwart ständig und unablässig zeitlos [= ewig] wiederholt, dann ist und bleibt dabei ein zentrales Element der Menschheit die persönliche Kooperation, die angeborene soziale Wesensart der Gattung als Verbindung von Bewusst-Machung und Moral, im übertragenen Sinn die Suche nach dem heiligen Gral in Form von Ewigkeit.

Der heilige Gral. Was ist Ewigkeit? Wenn der Vorgang des Denkens erfasst wird als eine Teilnahme an etwas, das tatsächlich vorhanden ist [momentan die Quantenbits der Information als Vermittlung von Unterschied], dann erscheinen die spirituellen Möglichkeiten für die Mystik naheliegend und ableitbar: Davon ausgehend, Zeit als 4. Koordinate im Raum sei Gegenwart, zeigt sich eine ganzheitliche Welt 3x dreieinig als momentane Position.

Welt [Ganzes, Chaos]
alles und nichts
bekannt und unbekannt

Mensch [Kosmos, Biologie]
Materie und Energie
lebendig und leblos

Gedanke [Psyche, Seele]
Polarität und Dualität
Ewigkeit und Kooperation

Ewig im Sinne des zeitlosen, sich ständig und unablässig wiederholenden Momentes der Gegenwart ist zu unterscheiden von unendlich. Ob der Raum endlich oder unendlich sei ist von seiner positiven oder negativen Krümmung abhängig. Ewigkeit ist kein Element von historischer Zeitmessung der Menschen, welche je nach Blickrichtung eine Vergangenheit oder eine Zukunft konstruieren, sondern Ewigkeit meint den sich andauernd wiederholenden Moment als unvergängliche Gegenwart - zeitlos.

Dieser nicht greifbare ständige Wandel von Realität wird vom Menschen wahr-genommen und kann mittels Magie in gedanklichen Besitz übergehen, zur Wirklichkeit werden. Die Gewissheit, normale Wirklichkeit der Sinnesorgane sei lediglich ein als Menschenwelt entstandener Teil der Realität, führt direkt zur existenziellen Frage der Realität-Wahrnehmung als war-nehmen.

Die Welt, aktuell Kosmos oder Universum, kann vom Menschen nicht mehr mit etwas anderem verglichen werden und muss darum als bestehend, als existent gesetzt werden als Ganzes. Dieses natürliche Gesamte stellt selber das so genannt Göttliche dar, direkt und ohne Symbole, als Gegenwart bestehend im Alles und Nichts und erkennbar im Bekannten und Unbekanntem.

Erst in der Polarität von Geburt und Tod erscheint die Ewigkeit als unvergängliche Seele und die Sinnfrage ist nun auch ganz einfach zu beantworten: Der Sinn des Menschenlebens ist die Gegenwart als einziger Möglichkeit, Vergangenheit und Zukunft so miteinander zu verbinden, wie das für richtig erachtet und entsprechend gestaltet wird. Falls über die Wiederholung von persönlicher Gegenwart die Kooperation entscheidet, wäre dies vermutlich die einzige Möglichkeit für eine Legitimation von Moral, was sinngemäss der Suche nach dem heiligen Gral entspricht, der Option Ewigkeit.

© bzw. Autor: Rolf Pfister Zürich
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