Bewusstsein

Beim Bewusstsein treffen sich Gedanke und Geister

Was ist Bewusstsein?

Auf den ersten Blick hin, vom Wort her eine Metapher, ein Sinnbild, welches eine ideologische Behauptung von einem Sein als Zustand und bewusst verbindet. Bewusst sei die Eigenschaft von wissen [Information als Vermittlung von Unterschied durch Quantenbits] und wissentlich. Sein bezeichne jenes was ist; eine sich unablässig wiederholende Gegenwart ohne Anfang und Ende. Bewusstsein meint, so gesehen, die Anwendung von Wissen bezogen auf Position und Geschwindigkeit, also auch je nach Erfahrung und Bildung verschieden.

Bereits die Bewegungsgesetze nach Isaac Newton um 1700 machten der Vorstellung von der absoluten Position im Raum ein Ende; die Relativität nach Albert Einstein um das Jahr 1900 jener von der absoluten Zeit. Trotzdem haben in der vermeintlichen Beständigkeit des individuellen Lebens Zeit und Raum in der Vorstellung noch immer scheinbar ewigen Bestand, obschon es beide für sich allein genommen so gar nicht mehr gibt.

Warum also dringen die fundamentalsten Erkenntnisse über die Welt nicht als erweitertes Vorstellungsvermögen ins Bewusstsein der Menschen? Es scheint fast so, als ob irgend etwas die Menschen daran hindern würde, an die Wahrheit [Naturgewalt von Himmel und Erde] der unbekannten Realität zu glauben und statt dessen eine verzerrte Wahrnehmung als war-nehmen der bekannten Wirklichkeit langsam, aber sicher, an die Stelle eines zeitgenössischen Weltbildes rückt.

Die fiktive Substantivierung vom IST zum SEIN im Standard-Deutsch kann zum ideologischen Irrtum führen, tatsächlich werdend seiendes wäre etwas seinendes. Das Wort Bewusstsein sei vom deutschen Christian Freiherr von Wolff, 1679-1754, als Lehnübersetzung des lateinischen conscientia geprägt worden.

Das lateinische Wort hatte ursprünglich eher Gewissen bedeutet und sei zuerst von René Descartes (1596-1650) in einem allgemeineren Sinn gebraucht worden. Descartes machte 1637 das gedankliche Selbstbewusstsein mit seinem "Je pense, donc je suis" (ich denke, also bin ich), zum Ausgangspunkt aller Gewissheit und damit auch zum Zentrum seiner Erkenntnistheorie. Das französische Original ist zu unterscheiden vom lateinischen "cogito, ego sum" von 1644 und der Korrektur "cogito, ergo sum". Descartes Konzeption blieb allerdings an seine dualistische Metaphysik gebunden, die das Selbst als ein nicht-materielles Ding postulierte. Bei Immanuel Kant (1724-1804) im transzendentalen Idealismus blieb die erkenntnistheoretische Priorität des Selbstbewusstseins bestehen, ohne dass damit Descartes Metaphysik übernommen wurde.

Wolff hingegen postulierte in seinem Werk drei Hauptarten der Erkenntnis: die historische, die philosophische sowie die mathematische. Ausserdem verwendete und prägte Wolff den neuen Begriff Monismus, um jene philosophischen Richtungen zu bezeichnen, die versucht haben, die Zweiteilung zwischen Körper und Gedanken zu überwinden. Monismus und Bewusstsein stehen hier in Verbindung unabhängig von Metaphysik oder anderer Auslegung.

Ebenso besteht ein althergebrachtes Durcheinander der Wörter Gedanken, Psyche, Geist und Seele. Psyche meint das Gehirn der lebendigen Menschen als sich von etwas wissentlich bewusst zu sein [nicht gleich Bewusstsein]. Gedanken [nicht gleich dem Gespenst vom Geist] meint z.B. die Tatsache, stumm mit sich selber sprechen zu können, mit geschlossenen Augen und ohne die Lippen zu bewegen. Seele meint den Zugriff der Menschen zu Lebzeiten (Psyche) auf eine real gegenwärtig gedankliche Dimension von Quantenbits der Information inkl. dem gesamten globalen Gedankengut.

Die Bedeutung eines Satzes aus Wörtern könne nur unter Berücksichtigung seines Kontextes verstanden werden, das heisst aufgrund der Spielregeln desjenigen Sprachspieles, dessen Regeln er folgt (Ludwig Josef Johann Wittgenstein, 1889-1951).

Bewusstsein Weltbild - ganzheitlich oder nicht
Das moderne Weltbild

© bzw. Autor: Rolf Pfister Zürich
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