Wiedergeburt

Wiedergeburt

Die [gedankliche] Wiedergeburt durch die gelebte Gegenwart [Ewigkeit]

Wiedergeburt. Was ist Wiedergeburt? Auffällig sind die Vergleiche mit den Rahmenbedingungen der Menschen wie etwa Geburt oder aus dem Schlaf aufwachen. Solch bildhaft vergleichendes Denken ist verständlich: Menschen wünschen sich Sicherheit im Chaos der Wahrheit einer Naturgewalt von Himmel und Erde; das ganze Streben richtet sich danach, Geborgenheit in allen Lebensbereichen zu finden. Das real erlebte geschützte Dasein als Embryo im Mutterleib sei vermutlich eine Ur-Sehnsucht von Menschen.

Ebenso ist der Traum vom ewigen Leben ein uralter Menschheitstraum. So entstanden denn auch die unterschiedlichsten Vorstellungen und Theorien aus Metaphysik und Religion zu einem Begriff von Wiedergeburt. Glaubensvorstellungen wie etwa die Lehre von den letzten Dingen [Eschatologie], Wiederverkörperung [Reinkarnation], Karmalehre, Seelenwanderung, Auferstehung oder Auferweckung und ähnliches dergleichen mehr. Die Fantasie setzt keine Grenzen, ganze Bibliotheken zu füllen mit diesen Themen, was aber die noch unbekannte Realität als Anderswelt [siehe unten] nicht im geringsten behindert.

Was ist ewig? Bis ins 20. Jahrhundert musste auch der Zeitbegriff ewig mittels Vergleich erfasst werden [als linear historisch unvorstellbar lange Dauer ohne Ende]. Erst durch die Erkenntnis der Relativität von Zeit und deren Bezug zu Position und Geschwindigkeit im Raum entstand ein neues Paradoxon: der sich unablässig wiederholende Moment als zeitlose [gleichzeitige] Gegenwart. Seither kann die Bedeutung von ewig, unvergänglich und unsterblich in einem übertragenen Sinn als zeitlose Gegenwart verstanden werden.

Wann, wo und wie findet Wiedergeburt statt?

Davon ausgehend, Zeit sei der nicht messbare, ein [paradox zeitloser] Moment von Gegenwart, findet auch jenes, was von den Menschen früher als Wiedergeburt bezeichnet wurde, sich unablässig wiederholend statt. Geburt und Tod von Lebendigem haben als eine exakte Polarität mit Anfang und Ende von lebendig keine weitere Bedeutung oder Auslegung, sondern sind eine biologische Tatsache. Sinn von Gegenwart ergibt sich als die Verbindung der vergangenen mit den zukünftigen Momenten.

Transzendenz ist ein Wahn der Sinne. Die natürliche Hauptaufgabe der Wahrnehmung [= war-nemen] durch den Menschen besteht darin, paradox, all jenes nicht wahrzunehmen, was als unbekannte Realität [das sei nicht die Normalität von Wirklichkeit der Menschen] ständig präsent ist. Der die Wahrnehmung verlassende Bereich [Transzendenz] ist in der absoluten Normalität der menschlichen Gegenwart verkörpert.

Damit ist das Rätsel lösbar: Das eigentliche Ziel menschlicher Existenz kann für die Einzelperson die [gedachte] Wiedergeburt durch die gelebte Gegenwart [Ewigkeit] sein. Falls Wahrheit die Naturgewalt von Himmel und Erde ist, findet eine Wiedergeburt ständig statt oder nicht, je nachdem, wie die Schnittstellen und Bezugspunkte im Einzelnen sind in den Zusammenhängen. Die Seele, verstanden als einen unvergänglichen, also zeitlosen Zugriff auf den realen gegenwärtigen Gedanken der Information durch die Psyche der Menschen zu Lebzeiten, hatte noch nie etwas mit körperlicher Wiedergeburt zu tun, sondern beinhaltet jene Momente welche Vergangenheit und Zukunft als Gegenwart verbinden.

Glückselige Menschen hatten schon stets den Himmel auf Erden, in der Ahnung oder im Wissen um diese Verknüpfungen.

weiterlesen ... Todlosigkeit der Seelen, Seelenwanderung, Wiedergeburt, Reinkarnation

Die Anderswelt - l'autre monde

Woher stammt denn die heute allgemein übliche Überzeugung, Menschen könnten ihre Welt wie die Affen im Zoo von aussen betrachten? Mit einem festen Gitter dazwischen, welches den Eindruck erweckt, das Reich der Beobachtenden und der Beobachteten sei getrennt und unabhängig? Für diesen groben Denkfehler mag es verschiedene Quellen geben. Heute führt die moderne Quantenphysik zur Einsicht, absolute Objektivität dürfte eine Illusion sein. Es besteht immer auch eine Wechselwirkung zwischen Beobachtenden und Beobachtetem.

Die Gewissheit, normale Wirklichkeit der Sinnesorgane sei lediglich ein als Menschenwelt entstandener Teil der Realität, führt direkt zur existenziellen Frage der Realität-Wahrnehmung.

Von der Realität her betrachtet lebt der Mensch in der Anderswelt.

Die Physik befindet sich jetzt an der Schwelle, in das Informationszeitalter einzutreten. Dieser eigentliche Paradigmawechsel erschwert vielen Menschen den Zugang zu einer gedanklichen Ebene. Alle empirischen Beweise in der Wissenschaft sind letztlich nur über die Sinne gegeben. Die physikalische Welt [Anderswelt] ist dadurch in einem grundlegenden Sinne mit dem Menschen verknüpft. Doch wie gelangt der Mensch von hier nach dort?

Ausgehend von einer soweit objektiven Realität aus Atomen und dem Leeren, was die Physiker glauben verstanden zu haben, tasten sie nun in Richtung der Sinn-Wahrnehmungen und der Bewusst-Werdung vor, die noch immer etwas Geheimnisvolles darstellen. Die Anderswelt besteht aktuell aus den kleinsten Einheiten der Quantenphysik, den Quantenbits [Qubits] der Information. Erst damit werden aus Atomen menschliche Erkenntnisse.

Hinweis auf weitere Seiten zum Thema:

- Welt Mensch Gedanke - ZEITGLEICH - Zeitdenken - Spiritualität - Bewusstsein
- keltische Religion - die spezielle Keltenseite
- Die gedankliche Welt der Druiden - Trinität - Zeitbegriff - Monismus

© bzw. Autor: Rolf Pfister Zürich
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